Warum vegan

Eine Definition: Veganismus kann als Lebensweise definiert werden, die soweit als möglich und praktisch umsetzbar die Ausbeutung von Tieren für Nahrung, Bekleidung oder sonstige Zwecke ausschließt.
– Im Zusammenhang mit Ernährung bedeutet das die Vermeidung aller Nahrungsmittel die tierliche Produkte wie Fleisch, Fisch, Gelatine, Milch, Eier etc. enthalten.
– Im Zusammenhang mit Kosmetik bzw. Haushaltsreinigern bedeutet das die Vermeidung von tierlichen Inhaltsstoffen sowie der Verzicht auf Tierversuche.
– Bei Kleidung (auch Schuhe) heißt dies statt Wolle, Seide, Pelz oder Leder lieber Baumwolle, Kunstleder etc. zu wählen.

Sicher fragst du dich, wieso eine rein pflanzliche Lebens- und Ernährungsweise für uns alle nachhaltiger wäre, als die bisherige. Lass uns doch mal kurz und knapp verschiedene Gründe aufführen:

Gemeinsamkeiten erkennen (Quelle: photocase.com)Ethik: Jeder, der schon einmal mit Tieren zu tun gehabt hat, wird festgestellt haben, dass Tiere nicht einfach nur Maschinen sind, auf denen ein bestimmtes Programm abläuft. Wir haben festgestellt, dass sie leidensfähige Lebewesen mit einem Bewusstsein sind, welche Grundbedürfnisse ihr Eigen nennen, die auch wir besitzen. Nämlich die Bedürfnisse nach Essen, Schutz, Freiheit, leidfreiem und selbstbestimmtem Leben. Und da wo wir gleiche Bedürfnisse und Interessen haben, sollten wir sie auch gleich behandeln. Tiere existieren nicht für uns, genauso wie Person X nicht für Person Y existiert. Da stellt sich natürlich die Frage, wieso wir Tiere dann trotzdem wie Maschinen behandeln, indem wir sie einsperren und sie nach unserem Willen ausnutzen. Ist das nicht irgendwo widersprüchlich? Tierfreund sein und Tierprodukte essen, das passt nicht zusammen! „Wenn wir nichts finden, was eine Überlegenheit der Menschen über die Tiere begründet, dann dürfen wir Tiere nicht essen, nicht in medizinischen Experimenten quälen und töten […]“, Prof. Bernhard H. F. Taureck, Braunschweig. Folgender Kurzfilm bietet eine Einführung ins Thema „Ethik und Tierschutz“.

Kinder dieser Welt (Quelle:photocase.com)Humanität: Wenn wir uns einmal anschauen, wie viele pflanzliche Kalorien aufgewendet werden müssen, um eine tierische Kalorie zu erzeugen, würde uns auffallen, dass da eine riesige Ressourcenverschwendung stattfindet . Eine Studie von Compassion World Farming (S.22) zeigt auf, dass ca. 16 kg Getreide notwendig sind, um 1 kg Rindfleisch zu produzieren. Wir essen also sprichwörtlich jenen das Brot weg, die es am dringendsten brauchen. Wenn jeder auf der Erde 25 % seiner Kalorien aus tierischen Produkten bezöge, könnten nur 3,2 Milliarden Menschen ernährt werden. Senkte man diese Zahl auf 15 %, könnten 4,2 Milliarden ernährt werden. Würden alle vegan leben, gäbe es mehr als genug Nahrung für die gesamte Weltbevölkerung – mehr als 6,3 Milliarden Menschen. Vegan zu leben ist natürlich kein Allheilmittel gegen die ungerechte Verteilung der Ressourcen, kann aber grundsätzlich schon einmal dafür sorgen, dass die Ressourcen überhaupt zur Verteilung bereit stehen. Dem Thema „Welthunger“ haben wir einen eigenen Artikel gewidmet.

Windrad im Weizen (Quelle: photocase.com)Ökologie: Es mag für viele sehr abstrakt sein, dass das Konsumieren von Tierprodukten unserer Umwelt und dem Klima schadet. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die industrielle Haltung von Tieren eine der Hauptursachen für den Treibhauseffekt und das Waldsterben ist. Durch das Ausbringen von Gülle wird das Grundwasser stark geschädigt und bestehende Ökosysteme zerstört. Zudem kommt der immens hohe Wasserverbrauch. Laut einer aktuellen Studie der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen schlägt die Nutztierhaltung beim weltweiten Wasserverbrauch mit 8 % zu Buche. Der direkte Verbrauch (Trinkwasser, Duschen, Industrie etc.) aller Menschen beträgt dagegen nur 1 %. Die brisante Wasserthematik haben auch die Zeitungen Die Zeit und die Süddeutsche aufgegriffen. Der Water Footprint gibt an, wie viele Liter Wasser verbraucht werden, um ein bestimmtes Nahrungsmittel herzustellen. Für 1 kg Rindfleisch immerhin stolze 15.500 Liter Wasser. Laut einer Studie des WWF (S.8) ist eine Milchkuh im Jahr für die Emission von 111,7 kg Methan verantwortlich, was in CO2-Äquivalenten einer jährlichen Fahrleistung eines Autos von 24.000 km gleichkommt. Eine Kuh stößt laut Spiegel.de täglich bis zu 500 Liter Methangas aus. Zudem haben japanische Forscher herausgefunden, dass die Produktion von 1 kg Rindfleisch so klimaschädlich wie eine Autofahrt von 250 km ist. Fazit: Jedes Produkt, das wir konsumieren, verbraucht Energie – bei der Herstellung, beim Transport und beim Konsumenten. 40 Prozent aller CO2-Emissionen entstehen durch unseren täglichen Konsum! Es liegt also an uns, für welche Art der Ernährung wir uns entscheiden und welche Zukunft wir uns und folgenden Generationen wünschen. Wer seinen individuellen Energie- und Ressourcenverbrauch berechnen möchte, könnte seinen Ökologischen Fußabdruck berechnen.

Der Gesundheit zuliebe (Quelle: photocase.com)Gesundheit: Wer einmal versucht, unsere Zivilisationskrankheiten an einer Hand abzuzählen, wird feststellen, dass eine Hand nicht ausreicht. Diese Krankheiten sind eng verknüpft mit unserer Lebens- und Ernährungsweise. Eine rein pflanzliche Lebens- und Ernährungsweise belastet unseren Körper weniger, als eine fleischlastige Kostform. Der Konsum von Tierprodukten erhöht im Allgemeinen das Risiko, an Herzerkrankungen oder verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Allen Vorurteilen zum Trotz ist eine ausgewogene rein pflanzliche Lebens- und Ernährungsweise für alle Lebensstadien empfehlenswert. Zu diesem Schluss kam 2003 eine Studie der American Dietetic Association, welche 256 Quellen als Grundlage für ihre Untersuchung nahm. Natürlich gilt es, wie bei jeder Ernährungsform, Einseitigkeit zu vermeiden. In dem Artikel „Gesunde Ernährung“ widmen wir uns diesem Thema ausführlicher.

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