Festbraten zu Weihnachten

Weihnachtsbrief vom VEBUUnter dem Stichwort “Weihnachtsspezialitäteten” wirbt die Metzgerei Sack mit “Festtagsgänsen”, “Weihnachtssalami” und “Schlemmerschweinefilet Santa Claus” und wünscht dabei “Genussvolle Weihnachten”. Als Dankeschön erhält man beim Einkauf einen Gutscheinkalender mit 12 Gutscheinen, damit einem die Fleischeslust auch nach Weihnachten nicht abhanden kommt.
Was bitte sind “Festtagsgänse”? Schweine zu töten und zu zerteilen, um sie dann “Santa Claus” zu nennen – das ist würdelos. Das Gemetzel allerdings passt zum Ende des zitierten Weihnachtsgedichts “[...] Christmas ist – now im Eimer!” Sehr makaber.

Gesunde Ernährung nur mit Fleisch möglich

Selbstverständlich gehören Wurst- und Fleischwaren zu einer gesunden Ernährung dazu. Da scheinbar die Hälfte der Frauen zu wenig Energie aufnimmt ist klar: “Fleisch [...] ist besonders für Frauen wichtig”, auch weil sie “häufig einen Eisenmangel haben.” Um “Wachstumsstillstand, Hauterkrankungen, Kachexie und Schädigungen des Gehirns” zu vermeiden und weil “pflanzliche Eiweiße minderwertig” sind, muss natürlich jeder Fleisch essen. Und wenn das ein Arzt, Dr.med. Kurt Weigand, sagt, dann muss das ja auch stimmen.

Da Zusatzstoffe unbedenklich sind, werden sie natürlich auch verwendet. Und damit sich wirklich jeder täglich Fleisch und Wurst leisten kann, wirbt die Metzgerei mit “Genießen und Sparen Sie mit unseren leckeren Feinschmecker-Angeboten.”

Schweine-Tierpass von Lisa, Bildquelle: http://www.soylent-network.com/doku/bilder24/IMG500_1353_RGB.jpgDie Tiere haben selbstverständlich das schönste aller Leben und werden mit Sicherheit tot gestreichelt. “Gerne gebe ich Ihnen persönlich Auskunft über die genaue Herkunft der geschlachteten Tiere und zeige Ihnen die Tierpässe.”

Fazit
“Fleisch gehört [...] zu einer vollwertigen und gesunden Kost dazu.”* Quelle
*Mit Außnahme von “Patienten mit hohem Blutdruck, hohem Cholesterinspiegel oder mit Gicht sowie bei Patienten mit fortgeschrittenen Nieren- und Lebererkrankungen [...]. Schwierig ist die Ernährung von Patienten mit Glomerulonephritis, da eine eiweißreiche Kost die Progredienz des Leidens beschleunigt.”

Anmerkung der Redaktion: Dass wir die Metzgerei Sack ausgewählt haben, ist reine Willkür. Wir hätten auch das Profil jeder anderen Metzgerei nehmen können.
In jedem Fall heißt es, dass Tiere zur Metzgerei transportiert und dort getötet werden. Damit die Menschen – nicht nur zu Weihnachten – Salami, Schnitzel und Steak essen können. Leider haben sie noch nicht wie Reinhard Mey erkannt, dass es besser ist, sich pflanzlich zu ernähren:

Die Speisekarte in der Hand.
Seh’ ich über den Tellerrand.
Und kann die Bilder wohl nie mehr vergessen.
Ich möchte nicht, du armes Schwein.
An deinem Leid mit schuldig sein.

Textausschnitt aus dem Lied “Die Würde des Schweins ist unantastbar”.

Tierfreundliche Alternative

Postkarte, Quelle http://shop.strato.de/epages/61208375.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61208375/Products/D050&ViewAction=ViewProductDetailImageWer zu Weihnachten einen Braten essen möchte ohne ein Tier auf dem Gewissen zu haben, dem empfehlen wir den “Pilzbraten” von Wheaty, der in Naturkostläden wie Füllhorn erhältlich oder bei Alles Vegetarisch zu bestellen ist. Dazu empfiehlt sich die Zwiebelsauce und Spätzle.
Wer einen Braten lieber selbst herstellen möchte, findet ein Rezept und viele weitere hier.

Weihnachten, das Fest der Liebe – auch der Tierliebe? Wer möchte kann den Weihnachtsbrief an Interessierte verteilen.

Verfasst von Silke


  • Print this article!
  • Facebook
  • Twitthis
  • MySpace
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • MisterWong.DE
  • del.icio.us
  • Yigg
  • Digg
  • Reddit
  • NewsVine
  • FriendFeed
  • StumbleUpon
  • Ping.fm
  • Webnews.de

Weitere interessante Artikel zum Thema:

 
 
 

8 Kommentare zu “Festbraten zu Weihnachten”

  1. Silke
    3. Dezember 2009 um 19:47

    Laut dem Weltagrarbericht http://www.weltagrarbericht.de/fleisch hat sich der weltweite Fleischverbrauch in den letzten 40 Jahren von 78 auf 250 Mio. Tonnen pro Jahr mehr als verdreifacht: Tendenz steigend! Durchschnittlich konsumiert jeder Erdenbürger pro Tag ca. 100 g, der Deutsche liegt mit fast 250 g über diesem Durchschnitt. “Mengen, die eindeutig krank machen,” ist dort zu lesen.
    Fazit: “Die Reduzierung des Fleisch- und Milchverbrauchs in den Industriestaaten und ihre Begrenzung in den Schwellenländern ist der dringendste und effektivste Schritt zur Sicherung der Ernährung, der natürlichen Ressourcen und des Klimas.”

  2. Paul
    8. Dezember 2009 um 17:18

    Hallo zusammen !

    Wer hat Lust am kommenden Sonntagabend (13.12.) im Weihnachtsmarkt zu flyern ?

    Letztes Jahr hatten einige diese Aktion erfolgreich durchgefuehrt. Spass hatte es den Leuten auch gemacht.

    Vom oben abgebildeten Flyer “Leben schenken”, habe ich noch jede Menge da.
    Wie waere es wenn wir uns bei mir zwischen 16 und 18 Uhr treffen ?

    Wir koennten gemuetlich einen Tee trinken, die Flyer rollen und dann in 2er- Gruppen ausschwaermen. Nach getaner Arbeit besteht die Moeglichkeit Nougat vom Weihnachtsmarkt mitzunehmen und es uns gemeinsam bei mir gemuetlich machen. :>

    Mitzubringen sind Geschenkband uns Schere, eventuell Kekse fuer spaeter.

    Wer meine mailadresse hat, einfach mailen oder mir ne sms schicken.

    Alle anderen koennen sich ueber das Kontaktformular melden.

    Freu mich auf Euch !

    Danke nochmal an Euch fuer die gosse Hilfe beim Infostand am 14. 11. Ohne Euch waere es sehr anstrengend geworden, bzw gar nicht moeglich gewesen die Aktion durchzufuehren. Die beiden anderen Infostaende fielen wegen mir aus. Mit Eurem Einsatz hat es nichts zu tun.

    LG, Paul

  3. Ava Odoemena
    9. Dezember 2009 um 18:07

    Die Seite “weltagrarbericht” ist von meiner Perpektive aus kaputt, ich seh da nur Menüs, oder läuft mit Flash. Ersteres wäre ärgerlich da Arbeit für den Seitenadmin, letzteres wäre doof, denn wer Informationen verbreiten will und diese in ein geschlossenes Format packt, wozu man die Software eines kommerziellen Dritten benötigt dem ist irgendwie nicht zu helfen. Auch auf Windows-Rechnern läuft nicht immer Flash. Bei dem Link dachte ich erst an eine Abteilung der UN/WHO/FAO, scheint aber nicht der Fall zu sein. Ist bekannt wer die Seite organisiert, Impressum kann ich leider nicht lesen.

    Nochmal was anderes, ihr seid ja nicht weit von der deutschfranzösischen Grenze weg, kennt ihr französisch sprechende Veganer oder welche die im Elsass wohnen? Liest eine oder ein solcher grad hier mit?

    Konkret geht es um dieses Thema im Forum von den Maqi-Leuten:

    Ab hier im Thread wichtig:
    http://veganismus.ch/foren/read.php?f=15&i=16554&t=16499

    Gerne Kommentar einhängen…

  4. Silke
    9. Dezember 2009 um 18:37

    Kennt ihr schon http://www.weihnachten-abschaffen.de ? Die Gründe dafür erfahrt ihr auf der HP…

  5. Paul
    10. Dezember 2009 um 13:57

    Ne, kenne keine franzoesischen VeganerInnen. Wenn Du bei der Veggiecommunity einen Radius von 500 km eingibst, dann findest Du gerade mal vieleicht 2 végétaliens in Frankreich.

  6. Silke
    19. Dezember 2009 um 12:12

    “Wenn die Tiere ein glückliches Leben haben, dann ist es in Ordnung, sie zu töten und zu essen,” sagen viele Fleischesser.
    Hier ein Video mit Aufnahmen aus einem Schlachthof:
    http://www.peta.de/web/schlachthofbawue.2926.html
    Samt Tipp, wie man aktiv werden könnte…

  7. Silke
    23. Dezember 2009 um 10:08

    Am Sonntag haben wir zu viert den Wheaty Pilzbraten nach “Schwäbischer Art” mit Zwiebelsauce (Rezept siehe http://www.vegetarische-weihnachten.de/rezepte.html ) Plus eifreien Spätzle zubereitet und verspeist. Das war sehr lecker. Wer von euch hat den Braten ebenfalls probiert?

  8. Silke
    23. Dezember 2009 um 14:06

    “Früher war die Tierwelt noch in Ordnung: “Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn”, heißt es [...]. Das ist heute nicht mehr zu empfehlen. Die moderne Legehenne ist ein Hochleistungsvieh, das im Jahr dreihundert Eier fallen lassen muss, bevor es als Suppenhuhn endet [...]. Solch ein Vogel ist schon ein armes Schwein,” schreibt die FAZ und weiter: “Die Kataloge von Agrarausrüstern lesen sich auf manchen Seiten wie eine Bestellliste für die heilige Inquisition: Zangen zum peinlichen Abkneifen von Zähnen und Schnäbeln, damit die Insassen der Lager sich nicht aus Stress gegenseitig anfressen, Gummiringe zum Abfaulenlassen von Lämmerschwänzen, Elektroschocker (im Fall einer Weigerung, den letzten Gang anzutreten) oder Geräte zum Wegbrennen von Hornansätzen.” Ein wirklich empfehlenswerter Artikel:
    http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E85079E667C634F12B459E2C06E824021~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews

Kommentar abgeben:

Bitte geben Sie den Code im Bild ein: