Water Footprint: Steak frisst Wasser?
“Was braucht es, bis ein saftiges Stück Rindfleisch in der Pfanne landet? Erst einmal Viehfutter, und für dessen Produktion ist Wasser gefragt – sehr viel mehr Wasser, als man denkt. Wer ehrlich rechnet, muss die «virtuelle» Wassermenge einbeziehen.”
Quelle
Man hat uns beigebracht, im Alltag wenig Wasser zu verbrauchen – beim Zähneputzen bleibt der Wasserhahn zu, an der Toilettenspülung ist eine Stopptaste eingebaut und in der Duschkabine befindet sich ein Duschsparkopf. Wasser zu sparen ist gut, aber es kommt in erster Linie darauf an, an welcher Stelle gespart wird. Der direkte Wasserverbrauch (Trinkwasser, Duschen, Industrie etc.) aller Menschen beträgt nämlich nur 1 %, die gesamte Nutztierhaltung liegt laut einer Studie der FAO bei 8%. Pro Jahr verbraucht man beispielsweise “nur” etwa 10.000 l Wasser beim Duschen (je nach Dauer, Duschkopf etc.).
Mittlerweile hat man den Wasser Fußabdruck (auch Virtual Water, Virtuelles Wasser bzw. Water Footprint) von vielen Nahrungsmitteln berechnet – er gibt an, wie viel Liter Wasser verbraucht wird, um ein bestimmtes Nahrungsmittel
herzustellen. Auf waterfootprint.org bzw. hier findet man die einzelnen Werte:
- 16.190 l Wasser für 1 kg Rindfleisch (1 kg Tofu verbraucht statt dessen nur 924 l Wasser)
- 1.000 l Wasser für 1 l Kuhmilch (1 l Sojadrink verbraucht statt dessen nur 109 l Wasser)
- 5.000 l Wasser für 1 kg Käse
- 200 l Wasser für 1 Ei
- 240 l Wasser für 1 Hamburger
- 16.600 l Wasser für 1 kg Leder
- etc.
“Das meiste Wasser führen wir über Agrar-Güter aus Brasilien ein: 5,7 Mrd. Kubikmeter. Davon entfallen die größten Anteile auf Kaffeebohnen, Soja und Fleisch-Produkte [...]. Deutlich schlägt sich im Agrarsektor der hohe Fleischkonsum nieder: mehr als 50 Mrd. Kubikmeter Wasser finden allein in der Viehzucht Verwendung [...].” Die „durstigsten“ Produkte sind laut dieser WWF-Studie Baumwolle, Rindfleisch, Reis und Zucker.
Wie gesagt, es kommt beim Wassersparen auf die Hebel an. Zwei Rinder-Steaks (á 150 g) verbrauchen etwa so viel Wasser wie ein ganzes Jahr lang duschen (9.714 l). Jemand der ein Jahr lang auf seine wöchentliche 300 g Fleisch-Portion “verzichtet”, spart somit 252.564 l Wasser. Das entspricht dem jährlichen Trinkwasserbedarf von 462 Personen (!). Im Moment haben etwa 3 Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, der Zusammenhang von tierischen Nahrungsmitteln auf der einen Seite und Wassermangel auf der anderen liegt auf der Hand. “John Anthony Allan, einer der «Erfinder» des virtuellen Wassers, hat bereits die Konsequenzen gezogen: Er ist Vegetarier.”
Neben dem Wasser Fußabdruck gibt es auch den Ökologischen Fußabdruck.






















9. September 2009 um 20:27
[...] dem Ökologischen Fußabdruck gibt es auch den Wasser Fußabdruck. Verfasst von [...]
20. September 2009 um 12:49
[...] Water Footprint: Steak frisst Wasser? | karlsruhe-vegan.org [...]
24. November 2009 um 22:28
Ich frage mich nur, wie die Rechnung für das Rindfleisch zustande kommt
Was geschieht denn mt dem Wasser?
Erst mal das Wasser, dass getrunken und in Form von Pflanzen gefressen wird; das wird meines Erachtens in hohen Prozentzahlen wieder ausgeschieden und sickert so ins Grundwasser und steht so dem Kreislauf wieder zur Verfügung.
Also, wo kommen die 16 Kubikmeter Wasser pro Kilo Rindfleisch her, die unwiederbringlich verloren sind.
Sind die unklärbar verseucht?
Wenn man solche Zahlen nennt, sollte auch logisch erklären, wass mit d Wasser geschieht.
Ich würde verstehen, wenn die Co2- Bilanz der Wassermenge ungünstig ist, durch die Wasserbeförderung und Klärumg usw.
Würde mich freuen, wenn man wirklich mal recherchieren würde, wo die 16 m3 bleiben.
26. November 2009 um 03:19
Klar wird Wasser nicht wirklich “verbraucht”.
Es versickert, verdunstet, verdampft und landet letzten Endes wieder in den Weltmeeren.
Es befindet sich also immernoch auf diesem Planeten.
Das Problem ist nur, dass in vielen Regionen der Welt zu wenig (sauberes) Wasser zu Verfügung steht. Deshalb ist es wichtig, sich über den “Verbrauch” von Wasser Gedanken zu machen.
27. November 2009 um 20:56
Eigentlich ist der Wasserverbrauch bei “Fleisch” nebensächlich, schließlich wird auf jeden Fall ein Leben verbraucht.
Ava
–
http//www.veganesauge.wordpress.com
22. März 2010 um 17:37
[...] auf Englisch) – dass gerade die pflanzliche Ernährung besonders viel Wasser spart, steht hier. Diese Infos dürfen gerne weitergeleitet [...]
12. April 2010 um 20:03
Eben entdeckt: http://www.virtuelles-wasser.de/
Neben vielen Nahrungsmitteln werden auch Industrieprodukte bewertet.
7. Juli 2010 um 02:09
Das Problem, dass ein großteil der Weltbevölkerung kein sauberes Trinkwasser hat kann nicht durch Fleischverzicht gelöst werden. Ursache ist der fehlende politische Wille der jeweiligen Staats-/Landesregierungen, die nicht bereit sind Geld für existenzielle Bedürfnisse ihrer Landsleute auszugeben. Auch arme Länder sind in der Lage ihre Bevölkerung mit genügend Trinkwasser zu versorgen. Dafür muss mann dann allerdings einige Einschränkungen in der freien Wirtschaft und der hemmungslosen Bereicherung der herschenden Landeseliten organisieren. Wer Armut, Krankheit und Hunger beseitigen will, muss die politischen Verhältnisse ändern!
7. Juli 2010 um 09:59
Lieber Udo,
aber wenn Brunnen gebohrt werden, um Wasser für die große Viehzucht/den Futtermittelanbau zu erhalten, dann sinkt der Grundwasserspiegel etc. und die Bevölkerung hat zu wenig Wasser. Somit hat der Konsum tierischer Produkte auf jeden Fall etwas damit zu tun. Ansonsten gebe ich dir natürlich Recht. LG
22. August 2010 um 10:51
Eine weitere Bildergalerie zum Virtuellen Wasser:
http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wissen/Was-enthaelt-wie-viel-article16742.html