Nahrungsmittel werden unbezahlbar

Hungerndes Kind [Quelle: http://www.miracosta.edu/home/nvives/]Die Nachrichten der letzten Tage sind voll von Informationen wie “Die Lebensmittelpreise explodieren” bzw. “Hungerunruhen, die Tote fordern”.

Momentan hungern rund 850 Mio. Menschen auf diesem Planeten. Wie die Nachfrage nach tierischen Produkten und Bio-Sprit zu Hungersnöten führen , kann man hier anschauen (4:20 Min.).

Auch Welt-Online berichtet darüber: “Die weltweiten Getreidelager sind auf dem tiefsten Stand seit gut einem Vierteljahrhundert, wobei damals fast ein Drittel weniger Menschen die Welt bevölkert hat. Zurzeit vermehrt sich die Zahl der Esser auf dem Globus um 75 Millionen pro Jahr [...]. 1970 standen statistisch jedem Erdenbewohner 0,18 Hektar Ackerfläche zur Verfügung, heute sind es weniger als 0,11.”

“Drei Faktoren treiben die Nachfrage: das Bevölkerungswachstum, der zunehmende Wohlstand vieler Asiaten und ihr Wunsch nach höherwertigem Essen sowie der Einsatz von Agrarprodukten für Biotreibstoff,” schreibt die FAZ.

Und Szenarien wie dieses hier “Polizisten und die etwa 9000 Uno-Blauhelmsoldaten hatten vergeblich versucht, die Situation in den Griff zu bekommen” (siehe Spiegel-Online) werden sich in Zukunft sicherlich wiederholen.

Die Produktion von Schlachtvieh gilt als die unökonomischste Bodennutzung überhaupt, “denn die Tiere benötigen den größten Teil der ihnen zugeführten Energie allein zum Wachsen”. In Zahlen ausgedrückt: Ein Rind benötigt 1/2 ha, um innerhalb eines Jahres 300 kg Fleisch zu “produzieren”. “Auf dem gleichen Land könnte man im gleichen Zeitraum jedoch gut 15.000 kg Kartoffeln ernten oder 20 anspruchsvolle Vegetarier ernähren,” schreibt Öko-News.

Es wird deutlich, dass unsere “westliche” Gesellschaft in puncto Vorbildfunktion versagt hat, da Asien und Indien den von uns gesetzten Trend übernehmen werden. Die Folgen sehen weniger rosig aus – und doch gibt es noch Hoffnung, sie lautet: “Politik mit dem Einkaufskorb betreiben.”

Ein sehr ehrlicher, offener Nachrichtenüberblick mit vielen weiteren verwandten Film-Links.

Verfasst von Silke


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7 Kommentare zu “Nahrungsmittel werden unbezahlbar”

  1. Farinatiker
    4. Mai 2008 um 16:29

    Traurig wie sich die Menschheit verhält und wie wenige sich dazu bereiterklären ihr Konsumverhalten zu ändern.

  2. Silke
    10. Mai 2008 um 02:22

    Unter der Überschrift “Landfresser Fleisch” hat ZeitOnline einen interessanten zusammenfassenden Artikel dazu veröffentlicht: http://www.zeit.de/2008/20/Stimmts-Fleisch

    SpiegelOnline schreibt “Wie deutsches Billigfleisch dem Regenwald schadet” http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,druck-551833,00.html und hat dabei sein Augenmerk auf die ökologischen Aspekte gerichtet.

  3. Silke
    15. August 2008 um 12:33

    “Uns droht eine Welt aus Völlerei und aus Hungersnöten. Wenn die Reichen ihre Essgewohnheiten nicht grundlegend ändern, wird unsere Zivilisation wohl nicht überleben.” Jeremy Rifkin

    Mehr über den Zusammenhang “Hunger & Klimawandel” in der Sueddeutschen: http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wissen/902/304874/text/

    “An unendliches Wachstum in einer endlichen Welt glauben nur Verrückte und Ökonomen” (Kenneth Boulding)
    Die Lösung sämtlicher Probleme lautet: Weniger & “richtig” konsumieren! Siehe taz:
    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2008/07/21/a0117
    “Damit werden wir in den “Industrienationen” viele Gewohnheiten aufgeben müssen, insbesondere unsere Verwechslung von Glück mit ständig steigendem Konsum.”

  4. Silke
    12. September 2008 um 23:33

    Über unsere “Wegwerfgesellschaft” bzgl. Lebensmittel bin ich in der Sueddeutschen http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/871/302867/text/ fündig geworden:
    “70.000 Tonnen [...] pro Jahr” und “Jedes fünfte Brot wird weggeworfen” etc.
    Hier geht es also auch um bares Geld, das gespart werden könnte: “390 Euro pro Haushalt und Jahr”

    Ebenfalls interessant:
    Manipulation im Supermarkt – wie wir zum Kaufen animiert werden:
    http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/menu/1226664/index.html

    Was wir gegen die Supermarkt-Macht tun können: http://www.supermarktmacht.de

  5. Silke
    13. September 2008 um 09:21

    Vgl. auch die Dokumentation
    “Wut im Bauch – Wer ist schuld an der globalen Hungerkrise?”
    http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,1021587_idDispatch:7897899,00.html
    Sehr empfehlenswerter Film!

  6. Silke
    13. September 2008 um 10:01

    Eine sehr wichtige Petition dazu:
    ‘Lebensmittel gegen Futter’
    http://un.evana.org/index.php?lang=de

  7. Silke
    10. Oktober 2009 um 20:40

    Abenteuer Forschung, 01.07.2009:
    Wer entschärft die Bevölkerungsbombe?

    Eine steigende Einwohnerzahl bedeutet steigenden Platz-, Energie- und Nahrungsbedarf und das bei gleichzeitig wachsender Ressourcenknappheit, wachsender Umweltbelastung und Klimaverschlechterung:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/788396

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